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11. August 2026

Neues Projekt in Sachsen und Thüringen verbessert Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt.

Wer neu in Deutschland ankommt, braucht oft vor allem eines: Orientierung. Doch statt klarer Wege warten häufig mehrere Behörden, komplizierte Schreiben und lange Wartezeiten. Genau hier setzt ab sofort ein neues Projekt im Landkreis Zwickau an.

Im Projekt "K.I.K.E. - Kompetenzzentrum Integrationsmanagement und Kommunikationsentwicklung" - wird gezeigt, wie Verwaltung einfacher, schneller und verständlicher werden kann, für Zugewanderte ebenso wie für die Mitarbeitenden vor Ort.

"Effiziente und transparente Verwaltungsprozesse kommen unmittelbar den Zugewanderten und Zuwanderungswilligen zugute. Sie machen behördliche Abläufe verständlicher, erhöhen die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und erleichtern den Zugang zu wichtigen Leistungen. Damit legen wir die Grundlage für eine gesteuerte Zuwanderung und stärken zugleich unsere Handlungsfähigkeit im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels", erklärt Landrat Carsten Michaelis. 

Ein Ansatz für fünf Modellkommunen in Sachsen und Thüringen

Das Projekt startet zeitgleich in fünf Kommunen in Sachsen und Thüringen. Beteiligt sind neben dem Landkreis Zwickau auch die Stadtverwaltung Dresden in Sachsen sowie die Stadtverwaltung Weimar, der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und der Wartburgkreis in Thüringen.

Die Ausgangssituation ist bei allen kommunalen Verwaltungen die gleiche: Die Behörden stehen unter erheblichem Druck, bedingt durch steigende Fallzahlen, Personalknappheit, komplexe Rechtslagen und eine heterogene Klientel.
Im Projekt K.I.K.E. bringen Mitarbeitende und Leitungsebenen der beteiligten Verwaltungen gemeinsam ihre Erfahrung und Expertise ein. Die Amts- und Teamleitungen übernehmen dabei eine tragende Rolle: Durch gezielte Führungskräftetrainings stärken sie ihre Gestaltungskompetenz und treiben den Wandel ihrer Kommune mit Engagement und Weitblick aktiv voran. 

Wenn Verwaltung verständlich wird

Ein großes Hindernis ist oft die Sprache: Formulare, Bescheide und Hinweise sind für viele Menschen schwer zu verstehen. Das Projekt knüpft an die bestehenden Kompetenzen der Mitarbeitenden an und stärkt sie mit passgenauen Weiterbildungen. Ziel ist es, ihre Kommunikation noch verständlicher zu gestalten und souverän mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen umzugehen. 

Unterstützung kommt dabei auch von Künstlicher Intelligenz, die hilft, komplizierte Texte in klare Sprache zu übertragen. Das entlastet die Mitarbeitenden vor Ort und leistet einen wichtigen Beitrag zur schnelleren Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt.

"Das Projekt verbessert den Zugang zum Arbeitsmarkt genau dort, wo Zugewanderte zuerst mit Behörden in Kontakt kommen, und es entlastet zugleich die Mitarbeitenden", erklärt Kay Tröger, Projektleiter für die sächsischen Modellkommunen.

Großer Gewinn für die Region – Erfahrungen für ganz Deutschland

Durch die enge Verzahnung von Organisations- und Personalentwicklung wird mit K.I.K.E. ein innovativer Ansatz erprobt, der Verwaltungsmodernisierung und Kompetenzerweiterung systematisch miteinander verbindet.
"Das Projekt zielt darauf ab, Zugewanderte schneller und nachhaltiger in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Kompetenzzentrum leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland – insbesondere in ostdeutschen Regionen, die vom demografischen und strukturellen Wandel besonders betroffen sind", erklärt Julia Brade, Projektleiterin von interculture.de e. V..

Das Kompetenzzentrum Integrationsmanagement und Kommunikationsentwicklung (K.I.K.E.) in Thüringen und Sachsen wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie dem Freistaat Thüringen gefördert. Träger für Thüringen ist interculture.de e. V. in Jena.  

Die wissenschaftliche Begleitung durch das Zentrum für Sozialforschung Halle e. V. (ZSH) stellt sicher, dass die Wirkung der Maßnahmen anhand klarer Kennzahlen erfasst wird. 

Erfolgreich erprobte Ansätze sollen anschließend auch in anderen Regionen umgesetzt werden. Denn die Herausforderungen sind vielerorts ähnlich – und die Lösung könnte es künftig auch sein.

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